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Buchpräsentation: Separation von Karin Gayer

Es ist immer wieder eine Freude, wenn Autor*innen, die uns bereits ein längeres Stück des Weges begleiten, ein neues Buch präsentieren. Gestern war es wieder so weit. Karin Gayer, Autorin, Lyrikerin und nebenbei auch eine unserer Dienstagsschreiber*innen, präsentierte ihr neuestes Werk, das im Arovell-Verlag im Frühjahr 2019 erschien.

Den meisten Besucher*innen im read!!ing room ist Gayer eher als Lyrikerin bekannt. Mit „Separation“ legt sie nun einen Prosaband vor und zeigte eine andere Seite ihres Schreibens.

Zwölf Erzählungen

In zwölf Erzählungen zeichnet die Autorin, laut Verlagstext,  „Antiheld/innen als Held/innen im Hier und Heute“. Es handelt sich um Menschen, die sich nach Verbundenheit und Freiheit sehnen. Ferner seien es Figuren, die „nachhaltig in einer Rund-um-die-Uhr-Leistungsgesellschaft [ermüden]“. Die Autorin erzähle von den Wendepunkten dieser Menschen.

Das klingt positiv, das klingt nach Aufbruch. Das klingt auch ein wenig nach Optimismus und dem Glauben daran, dass wir noch immer die Pilot*innen in unserem eigenen Leben sind.

Karin Gayer im read!!ing room
Karin Gayer: Separation. Lesung im read!!ing room 21. 06. 2019

Rauchende Frauen

Gayer las drei Texte. Die Protagonistinnen der ausgewählten Kurzgeschichten sind Frauen, die einiges gemeinsam haben. Sie haben sich mehr oder weniger bewusst aus dem ausgeklinkt, was man Gesellschaft nennt, genauer noch aus jenem dichten Geflecht an Erwartungshaltungen, die uns in der Spur halten sollen. Karin Gayers Frauen sind Raucherinnen. Sie sind bei sich, oft in sich gekehrt, eher introvertiert und bisweilen schotten sie sich von der Außenwelt ab.

Da wäre Christina etwa, die der Familie ihres Mannes so gar nichts abgewinnen kann und Zuflucht in ihrem Garten und in der Natur, sowie in den eigenen Erinnerungen sucht. Aber auch Laura und Simone, die beiden Kusinen, die ihre unbeschwerte Kindheit in den Sommerferien bei ihrem Urgroßvater auf dem Land ausleben konnten – fast schon in einem Heidi-Idyll, das mit dem Tod des Urgroßvaters ein jähes Ende nahm. Oder die Ich-Erzählerin in der zweiten Geschichte des Abends, die sich bewusst in Traumwelten voller Farben und Malerei flüchtet und sich gleichzeitig nach Schlaf sehnt, der ihr verwehrt bleibt.

Die Figuren und Geschichten, die Karin Gayer erzählt handeln von Menschen auf der Flucht, die sich abtrennen und befreien, die fliehen auf dem Weg zu sich selbst. Darin liegt die positive Botschaft des Abends. Das Leben ist ein Kampf, Gayers Heldinnen waren an diesem Abend (stille und einsame) Kämpferinnen.

Veröffentlicht in Veranstaltungen

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