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Buchpräsentation: „Die Mutter“ von Marianne Hainisch

Am 21. Mai 2016 fand in den Räumlichkeiten des „Bund der Österreichischen Frauenvereine“ die offizielle Buchpräsentation der Neuauflage von „Die Mutter“ von Marianne Hainisch statt. Kein Ort war besser geeignet die Buchpräsentation auszurichten als jener Verband, den Hainisch selbst 1902 gründete. Der Verband, mit Sitz in der Wilhelm Exner-Gasser im 9. Wiener Gemeindebezirk, hatte eingeladen und zahlreiche Mitglieder und einige Gäste, sowie viele Mitglieder der weit verzweigten Familie Hainisch waren gekommen, um dem Festakt beizuwohnen.

Der BÖFV als Gastgeberin

Die aktuelle Vorsitzende des BÖFV, Eleonore Hauer-Róna, fungierte als perfekte Gastgeberin. Sie stellte nicht nur den Raum zur Verfügung, sondern hatte ebenfalls den „Club der Wiener Musikerinnen“ gebeten, die Veranstaltung mit Kompositionen von Nancy Van de Vate zu untermalen.

Eleonore Hauer-Róna begrüßte als Hausherrin die Gäste und führte in das Programm des Abends ein. Sie schloss einige Erläuterungen an. Hauer-Róna verwies z.B. auf Marianne Hainischs berühmte Rede von 1870 im Frauenerwerbsverein, in der sie die fehlenden Ausbildungsmöglichkeiten für Mädchen zum ersten Mal anprangerte. Als Hainisch am 05. Mai 1936, also vor genau 80 Jahren, im Alter von 97 Jahren verstarb, hatte sich die Lage grundlegend geändert. Die ersten Frauen hatten mittlerweile sogar „Karriere“ an der Universität gemacht.

Musik von Nancy Van de Vete, Rosa Mayreder und die Edition Libica

Ruth Spindler gestaltete den ersten musikalischen Teil am Klavier und spielte eine Auswahl aus den „Fünf Herbstszenen“ von Nancy Van de Vete. Diese Komposition erschien in ihrer atonalen Art sehr passend, immitierte sie doch in Stil und Ton die zeitgenössische Musik aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Simone Stefanie Klein schloss mit einer kurzen Verlagspräsentation an. Sie verwies auf die allererste Publikation des Verlages, die Rosa Mayreder gewidmet ist und eine Neuauflage von Mayreders „Fabeleien“ beinhaltet. „Die Mutter“ von Maranne Hainisch sei die zwölfte Publikation des Verlages und mit ihr schließe sich ein Kreis. Simone Stefanie Klein nutzte die Gelegenheit und erläuterte grundlegende Unterschiede zwischen Hainisch und Mayreder. So habe die Doyenne der österreichischen Frauenbewegung stets die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau in den Vordergrund ihrer politischen Aktivitäten gerückt, während Rosa Mayreder als Schriftstellerin, Philsophin und Malerin grundsätzlich die Geschlechterrollen kritisiert hätte.

Die Aktualität von Marianne Hainisch

Nach einem erneuten musikalischen Beitrag von Ruth Spindler („Lento for Piano“, eine Komposition aus dem Jahre 1961 von Nancy Van de Vate) nutzte Thierry Elsen die Gelegenheit, um in seinem Beitrag die Beziehung zwischen Elise Richter, der ersten und einzigen habilitierten Frau in der Monarchie, und Marianne Hainisch darzustellen. Der Kontrast zwischen den beiden Frauen, die gemeinsam (partei)politisch aktiv waren, diente dazu Marianne Hainisch noch besser zu skizzieren. Außerdem arbeitete Elsen die Bezüge zwischen „Die Mutter“ aus dem Jahre 1913 und der frauen- und gesellschaftspolitischen Aktualität anno 2016 heraus. Ohne eine geschichtszyklische Position zu bemühen, arbeitete er in Anlehnung an Nietzsches Geschichtskonzept, die Notwendigkeit heraus, sich der Vergangenheit zu erinnern. Folglich schloss er seinen Beitrag auch mit einem Zitat aus den „Unzeitgemäße Betrachtungen“ und wünschte den Anwesenden, dass Marianne Hainischs Text Trost, Genossin und Vorbild sei.

Die Veranstaltung klang mit der Komposition „Lament für Bali“ und einigen Zitaten von Marianne Hainisch aus, die Eleonare Hauer-Róna zum Besten gab. Sie leitete so in die Diskussion und in den informellen Teil des gelungenen Abends ein.

Einige Impressionen der Präsentation Fotos (c) www.roekl.com

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