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Adelheid Popp: Frauenarbeit in der kapitalistischen Gesellschaft. Eine Buchpräsentation

Einen dreifachen runden Geburtstag feierte heuer die Autorin, Parlamentsabgeordnete und Berufspolitikerin Adelheid Popp. Geboren 1869 in Inzersdorf, gehörte sie zu den ersten Frauen, die 1919 in den Nationalrat einzogen. Sie verstarb im März 1939. Es standen also der 150. Geburtstag, 100 Jahre Frauenwahlrecht und der 80. Todestag heuer zu Buche. Aus diesem Grund erschienen auch einige Publikationen und „Die Jugenderinnerungen einer Arbeiterin“ wurden neu aufgelegt.

Auch der read!!ing room erinnert schon seit etlichen  Jahren im Rahmen der kult.touren – insbesondere in den kult.touren „Widerständiges Margareten“ und „Weibs.bilder“ an die sozialdemokratische Frauenpolitikerin. Dies liegt auf der Hand, lebte und arbeitete Adelheid Popp doch etliche Jahre in Wien-Margareten.

Simone Stephanie Klein erklärte sich daher auch sehr schnell bereit eine „kleine“ Schrift in der Edition Libica erscheinen zu lassen. Als Kooperationspartnerin konnte auch der BÖFV gewonnen werden.  Herausgekommen ist ein veritables Buch. Simone Stefanie Klein übernahm die Gestaltung und zauberte ein Layout, das sich mehr als sehen lässt, Gabriele Rökl organisierte die Transkription und das Lektorat des Popp-Textes „Frauenarbeit in der kapitalistischen Gesellschaft“ aus dem Jahre 1922 und Thierry Elsen gestaltete einen bio-bibliographischen Kommentar zu Adelheid Popp. Die Kulturkommission der Bezirksvertretung in Wien-Margareten förderte das Projekt mit einem Druckkostenzuschuss.

„Frauenarbeit in der kapitalistischen Gesellschaft“ von Adelheid Popp

Herausgekommen ist ein Werk, das die zentralen Themen von Adelheid Popp darlegt und zeigt, wie eine  junge Arbeiterin aus erster Hand erleben musste, „was die industrielle Revolution und der Kapitalismus klassischer Prägung mit den Menschen anrichtete. Popp stand schon „als sehr junge Frau […] bei einer Versammlung auf, um das Wort dagegen zu ergreifen. Das Wort blieb in zahlreichen Vorträgen, Reden, Publikationen und Gesetzesinitiativen über 40 Jahre lang ihr wichtigstes politisches Werkzeug.“

Das Buch präsentiert nicht nur einen relativ unbekannten, dennoch wichtigen Text aus der Feder Adelheid Popps, sondern auch viele Aspekte, die im allgemeinen Diskurs rund um die sozialdemokratische Frauenführerin nicht ganz so bekannt sind.

Es liegt natürlich nahe die Präsentation eines derartigen Buches im politischen Heimatbezirk von Adelheid Popp (zumindest was ihre letzten Lebensjahre betrifft) zu bewerkstelligen.

Präsentation in der Kohlgasse

Am 14. November war es dann soweit. Die SPÖ Margareten hatte zur Präsentation in die Räumlichkeiten in der Kohlgasse eingeladen. Andrea Hallal-Wögerer hieß das Publikum und die Herausgeber*innen herzlich willkommen. Die ehemalige Bezirksvorsteher-Stellvertreterin führte kurz in die Biographie von Adelheid Popp ein und verwies auch auf die aktuelle (aus SPÖ-Sicht nicht erfreuliche) politische Situation. Die eigentliche Präsentation war eine Mischung aus Lesung und historischen Hintergrundinformationen, sowie eine Vorstellung des Verlagsschwerpunktes.

Karin Vouk, ihres Zeichen Biersommelière und ausgewiesene Kennerin der österreichischen Bierlandschaft, hatte sich für die Veranstaltung etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Nach der Lesung präsentierte sie – quasi als Einleitung zum gemütlichen Teil des Abends – das von ihr mitkreierte BrauDiamant.

Denn neben Adelheid Popp schrieb auch Bier  in den Jahren 1888/89 bei den Gründungsparteitagen der heutigen SPÖ Geschichte. Sie fanden in Hainfeld unweit der Hainfelder Brauerei und unter Beteiligung ihrer Arbeiterschaft statt.

Kauft Bücher

Das knapp 200 Seiten starke Buch kostet 24,80 Euro und kann direkt beim Verlag bestellt werden.

„Frauenarbeit in der kapitalistischen Gesellschaft“
Thierry Elsen, Simone Klein, Gabriele Rökl (Hrgb)
Edition Libica
Erscheinungstermin: 13.11.2019
ISBN: 978-3-903137-26-4
208 Seiten | Hardcover | Fadenbindung
Preis: EUR 24.80


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