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Kein Eintritt für Erleuchtete – der neue Roman von Edie Calie

Etwas mehr als zwei Jahre ist es her, dass Edie Calie im read!!ing room las. Im Juli 2017 präsentierte sie im Rahmen einer sogenannten Impulslesung fantastische Kurzgeschichten. Dem Genre der fantastischen Literatur bleibt Calie, die sich bei der Buchpräsentation ihres neuen Romans als Gustav Meyrink-Fan outete, auch in „Kein Eintritt für Erleuchtete“ verpflichtet.

Der Roman, der heuer im Herbst in der Edition Roter Drache erschien, mischt eine fantastische Grundhaltung mit satirischen und gesellschaftspolitischen Elementen. Calie setzt in ihrem Setting auf ein Wien, das durchaus dem aktuellen Wien entsprechen könnte. Die Orte, die vorkommen, existieren und wirken vertraut.  Man könnte sich, so die Autorin, sogar die Mühe machen die Schauorte des Romans abzugehen.

Zum Roman

im Zentrum des Romans steht Jakob, der gerade sein Jus-Studium absolviert hat. Eines Tages bemerkt er, dass die Menschen in seiner Umgebung leuchten. Die meisten Leute, die er trifft, sind von einer blendenden, drei Zentimeter dicken Lichtschicht umgeben. Zunächst geht Jakob davon aus, dass er an einer Augenkrankheit leidet, bis er bemerkt, dass er immer wieder auf Personen trifft, die nicht leuchten. Seine Neugierde ist geweckt. Jakob versucht hinter des Geheimnis der leuchtenden Menschen zu kommen…

„Kein Eintritt für Erleuchtete“ ist ein Multiperspektivenroman. Die Kapitel, die dem Protagonisten Jakob zugeeignet sind, bilden den Hauptstrang. Wir erfahren natürlich die Geschichte aus der Perspektive der Hauptfigur. Der Dreh besteht jedoch darin, dass auch aus der Perspektive der interagierenden Personen berichtet wird. Der innere Monolog wird zu einem der Hauptstilmittel. Anders formuliert: Statt auf Dialoge und Interaktion, setzt Calie auf ein Ping Pong Spiel der Monologe. Dadurch gewinnt der Roman seine Spannung und die Figuren entwickeln ihren ganz besonderen Reiz.

Edie Calie bleibt sich mit „Kein Eintritt für Erleuchtete“ treu. Sie nutzt das Genre des fantastischen Romans um Aussagen über den aktuellen Zustand unserer Gesellschaft zu machen. Ihre Beobachtungsgabe ist dabei messerscharf, der Humor bisweilen fein ziseliert, bisweilen beißend serviert.

Weitere Stimmen:

„Der Grundtenor ist, das der Tod deine Probleme nicht löst und du sie trotzdem selbst verarbeiten musst. Das Alles während du immer du selbst bleibst und nur um dich herum sich viel ändert.
Mir hat auch gut gefallen, dass in vielen Passagen der Dialog zum „Monolog“ gemacht wurde (die Person redet mit jemandem aber man hört die Antwort nicht, muss sie sich selber denken). Das hat den Text deutlich verbessert und so neu gemacht. Richtig toll.
Die Abschnitte waren alle recht kurz, aber haben super zu einem großen Ganzen zusammengepasst.
Mehr will ich glaube ich nicht verraten, nur das es mir wieder weh tat, das der Loveinterest nicht der war den ich mir gewünscht habe. Eigentlich war es niemand so richtig.

Ein letztes Wort zu dem grandiosen wunder schönen Cover: Instantverliebt“ (Aurumora auf goodreads.com


Take Out aus der Lesung

Kein Eintritt für Erleuchtete
324 Seiten, 14,8 x 21 cm, Broschur
ISBN 978-3-946425-85-4
14.95 EUR

Veröffentlicht in Veranstaltungen

3 Kommentare

  1. Annelie Berger Annelie Berger

    Schatzi, Baby, klack, Klack, Klack…echt.
    Erinnerungen an Klieschees aus ähnlichen Geschichten…

    • Neil Y. Tresher Neil Y. Tresher

      Danke für den Kommentar. Klischees sind ja nicht immer schlecht… Es kommt auf die Kombination und die Bearbeitung an… Cheers…

    • Danke für Ihren Kommentar, Frau Berger. Natürlich sind das schreckliche Klischees und die sind ganz bewusst an den Anfang des Buches gesetzt, damit sich die Figuren auf 319 Seiten weiterentwickeln können. Wie, wird Ihnen bestimmt gefallen 😉

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