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Sommerfrische für Studentinnen: Eva Jancak liest aus ihrem neuesten Roman

20150713-195305Eva Jancak gab anlässlich ihrer Lesung Einblick in ihre neuesten Texte. Auslöser war die Idee einer Sommergeschichte über Sandra Winter, eine prekäre Literaturstudentin, die nach sanftem Druck der Mutter ihren Sommer im Haus ihrer Eltern verbringt

Sandra Winters Mutter versah die Einladung mit einem wahren  kommunikativen „double-bind“. Einerseits sollte die Tochter im Haus ihrer Eltern in Harland bei St. Pölten die Sommerfrische genießen, auf der anderen Seite war der implizite Wunsch vorhanden, den slowakischen Pfegehelferinnen, die die demente Großmutter betreuen, ein wenig auf die Finger schauen. Nicht zuletzt wäre die Sommerfrische ja dazu geeignet, die Diplomarbeit fertig zu stellen. Viel lieber hätte Sandra Winter ihre Freundin Eleni in Griechenland besucht, aber dies ist aus finanziellen Gründen nicht möglich.

Jancak arbeitete in der Lesung  jedoch nicht nur den Erzählstrang von Sandra  Winter,  sondern auch die Geschichte von Eleni, die in Athen ebenfalls wieder bei ihren Eltern wohnt, heraus. Vor allem Eleni bietet die Möglichkeit allerlei Themen aus der Tagespolitik zu bearbeiten. So findet das griechische Veto ebenso Erwähnung, wie die Tatsache, dass die Banken in Griechenland nur Abhebungen von 60 Euro zulassen. Die weiteren Figuren, Jelena Majatschuk in Donezk und Fatma Challaki, die später von Damaskus nach Wien flüchtet, wurden ebenso während des Vortrags gestreift.

Eva Jancak bei "Summa in da Stadt 2015"
Eva Jancak bei „Summa in da Stadt 2015“

Eva Jancak wollte – dem Lesungstitel gemäß – zunächst noch “Sommer am Wasser” lesen, entschied sich jedoch dafür, dem Publikum die ersten vier Szenen aus “Die ereignisreichen Sommerelebnisse vier perkärer Literaturstudentinnen – aufgezeichnet von Sandra Winter” zu präsentieren.

Es war auch für die Veranstalter/innen sehr schön zu erleben, wie ein Roman entstehen kann. Der read!!ing room steht dafür, Dinge auszuprobieren und so freuen sich die Veranstalter/innen jedes Mal, wenn ein Autor oder eine Autorin Einblicke in ihr „work in progress“ gibt – wie es Eva Jancak nennt. Der Roman, der in einem sehr leicht zu folgenden und angenehmen Ton gehalten ist, wird – soviel steht bereits jetzt fest – ein sehr politischer und tagesaktueller Roman.

Jancak lässt die Figuren unterschiedlich Stellung zu den aktuellen „großen“ Themen der Politik beziehen und betont die weibliche Perspektive, was ein zusätzlicher sehr spannender Punkt ist und dem Roman wahrscheinlich eine sehr eigene Komponente verleihen wird.
Hingewiesen sei an dieser Stelle noch einmal auf den Webblog von Eva Jancak, der ja auch eine Art „Work in Progress“ ist und wunderbare Rezensionen, Beschreibungen und Informationen bietet:
Eva Jancaks „Literaturgeflüster“

Veröffentlicht in Veranstaltungen

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