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Die „Alte Donau“ und eine Heuschrecke

Angelika Högn präsentierte bei Ihrer Lesung Texte mit autobiographischem Charakter

Man sollte es nicht für möglich halten. Aber: Die Premiere von Mission Impossible 5 und der Besuch von Tom Cruise hatten sogar Auswirkungen auf den read!!ing room. Mit einiger Verspätung begann die Lesung von Angelika Högn, da mehrere erwartete Gäste aufgrund der Absperrungen und Umleitungen an der Oper verkehrstechnisch doch länger unterwegs waren als gedacht. Dies tat der guten Stimmung im kühlen read!!ing room jedoch keinen Abbruch.

Angelika Högn betonte zu Beginn ihrer Lesung, die sie übrigens im Stehen absolvierte, dass die Texte autobiografisch seien. Ihr erster Text „An der alten Donau“ entwickelte sich jedoch zu einer Hommage an die Strandbäder an der Donau und insbesondere an das Angeli-Bad. Die eigene Biografie wurde entlang eines roten Fadens namens „Alte Donau“ gesponnen. Högn verband die kulturgeschichtlichen Errungenschaften und Ereignisse rund um die Entwicklung der Bäder gekonnt mit den eigenen Erlebnissen aus ihrer Kindheit und Jugend.

Für viele Wienerinnen und Wiener sind die Naherholungsgebiete um die „Alte Donau“ noch heute die einzige Möglichkeit „auf Sommerfrische“ zu gehen. Einigen Zuhörer/innen kamen Högns Erzählungen durchaus bekannt vor. So sind die in der Früh ausgebackenen Schnitzel und die entsprechenden Salate, die in großen Thermobehältern mit ins Bad genommen werden, fast schon ein allgemeines Wiener Kulturgut. Auch die Völkerwanderungen mit dem halben Haushalt in aller Früh kennen viele Wienerinnen und Wiener – ging es doch darum sich den besten Platz an der Donau zu sichern.

Leitmotiv Alte Donau

Angelika Högn baute die „Alte Donau“ und insbesondere das Angelibad zu einem Leitmotiv des Textes aus: Tretbootfahren als besonders hypes Freizeitvergnügen in den 80er Jahren, nächtliches Nacktbaden damit Schwanenbesuch, Schildkröten in der Alten Donau, die von ihren Besitzer/innen einfach ausgesetzt wurden, lassen die Beschreibungen zu einem Stück Wien werden, das in keinem Lesebuch fehlen dürfe.

In der zweiten Geschichte verarbeitete die Autorin den Besuch einer riesigen Heuschrecke, die umgehend auf den Namen Flip getauft wurde, in der nächtlichen Wohnung. Dieser Text könnte mit dem richtigen Dreh zu einer tollen Geschichte für Kinder ausgearbeitet werden, zumal Kater Jeremy und die Heuschrecke Flip ein wunderbar ungleiches Paar abgeben würden.

Högn  wechselte zum Schluss nicht nur das Genre, sondern auch die Sprache. Mit einem Dialektgedicht unterstrich sie ein weiteres Mal ihre Vielseitigkeit und schloss einen kurzweiligen Abend ab.

 

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