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„Oida“ – Campa las neue Geschichten

Sehr oft „bearbeitet“ und begeht Peter Campa die versteckten Ecken Wiens in seinen Texten rund um Friedrich Kudrna. Diesmal ging es weniger um die Sehenswürdigkeiten des unbekannten Wien (vom Naschmarkt einmal abgesehen), sondern eher um die Sprache und die Politik.

In „Oida“ griff Peter Campa einen Fall auf, der auf einer realen Begebenheit beruht. Ein junger Mann hatte in Wien einen Polizeieinsatz gefilmt. Einer der Beamten war dem Einvernehmen nach „not very amused“ und schritt zur Tat. Er kontrollierte die Personalien des Hobbyfilmers. Außerdem erkundigte sich der Beamte nach den Deutschkenntnissen des Kontrollierten.

Um seine Identität als Wiener zu legitimieren, antwortete der junge Mann auf das polizeiliche Begehren mit einem waschechten „Was willst du, Oida?“. Dieser linguistische Identitätsnachweis wertete die Exekutive als Anstandsverletzung: Strafe: 100 Euro.

Es kam zum Prozess und der Oida-Sager verlor. Peter Campa arbeitete sich in seinem Text am Begriff „Oida“ ab, der in Wien mehr als eine Anrede ist. Er ist – und das wird sogar linguistisch belegt – ein Partikel, die keine spezifische Bedeutung hat, jedoch eine Aussage abändern kann.

Überhaupt waren Polizeieinsätze ein Thema in Campas Reisen durch die wunderbare Welt von Friedrich Kudrna und Franz-Josef Heißenbüttel. Das Delikt der Zechprellerei stand in einer Geschichte im Zentrum. In diesem Zusammenhang widmete Campa einigen Kaffeehäusern Wiens, wie dem „Alt Wien“ und dem Café Savoy am Wiener Naschmarkt eine kleine Hommage.

Campa, der Chronist

Beeindruckend ist vor allem wie schnell Campa aktuelle Geschehnisse, Anekdoten und Ereignisse aus dem medialen Ressort „Chronik“ aufsaugt und in den Geschichten rund um seine beiden Protagonisten verarbeitet. Ob Donnerstagsdemos, aktuelle Regierungsvorlagen oder fragwürdige Polizeieinsätze; die Figuren Friedrich Kudrna und Franz-Josef Heißenbüttel sind die wahren Chronisten von Wien.

Veröffentlicht in Veranstaltungen

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