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Literarische Kriminalakte – eine „schräge“ Lesung

In ihrem letzten Programm öffneten Nicole Kovanda und Andreas Thaller die „Büchse der CETA“ und gaben einen Einblick in „Christkindls ereignisorientierte Text-Akten“. Die Review zur CETA-Lesung finden Sie hier.

Nach CETA kommen die LKA

Gestern traten Nicole Kovanda und Andreas Thaller mit ihrem „Literarischen Kriminalakten“ (kurz LKA) im read!!ing room auf.

Vor der Lesung versprach Andreas Thaller, dass der erste Teil eher gemächlich sein würde und es erst nach der Pause so richtig los gehen sollte. Dies sollte jedoch eine starke Untertreibung sein.

Nicole Kovanda startete mit dem Gedicht „Die Leich‘ im Teich“. In bester Wilhelm-Busch-Manier skizzierte sie einen mordenden Frosch, der sich an den Menschen rächte. Andreas Thaller las eine längere Geschichte, die eine Grundidee für einen der aktuellen „Landkrimis“ im ORF sein könnte – platziert wurde die Geschichte mit dem wunderbaren Titel „Schwammbrotsuppen“ in die Steiermark. Zwei Menschen fielen nach dem Verzehr von einer allgemein bekannten Kräuterlimonade und der titelgebenden Schwammbrotsuppen einfach um.

„Schau Schatzi“ aus Psychopathensicht

Literarisch besonders interessant war eine Arbeit von Nicole Kovanda – sie verwandelte Georg Danzers Song „Schau Schatzi“ in eine Art inneren Monolog eines pathologischen Serienkillers, der durch die Urlaubsorte Europas tourt um Prostituierte zu strangulieren. Bei jedem Mord kommt der Refrain von Danzers Lied als Montage zum Tragen. Durch die Neukontextualisierung bekommt Danzers Original einen komplett anderen Sinn. Das Ergebnis ist ein Text, der einem kalt den Rücken runter läuft.

Die eigentlichen Literarischen Kriminalakten

Doch all diese Texte waren nur das Warming-Up für die eigentlichen Kriminalakten. Andreas Thaller und Nicole Kovanda präsentierten zunächst eine Akte, die sie im Jahr 1921 verorteten. Auf dem Wiener Naschmarkt kam es zu mysteriösen Diebstählen von Obst und Gemüse. Die zweite Literarische Kriminalakte stammte aus der Minnezeit. Andreas Thaller gab mit einer kleinen Plastikgitarre den Troubadour, der „Die Moritat vom Tatzelwurm“ verkündete. Als Melodie hatte er „Meckie Messer“ aus der Dreigroschenoper gewählt. Mit passendem Kostüm sorgte der Autor  für den Performance-Höhepunkt des Abends. Wir ziehen den Hut nicht nur vor dieser Darbietung, sondern vor dem ganzen „Zeter und Mordio“-Abend.

Die Programme von Nicole Kovanda und Andreas Thaller sind stets gut durchdacht, liebevoll ausgestattet mit Requisiten und halten eine wunderbare Mischung aus Humor, Doppelconférence und literarischem Engagement… Wir freuen uns auf das nächste Programm.

Veröffentlicht in read!!ing room Organisatorisch

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