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„Du bist ein miserabler Lügner und offenes Buch für mich…“

Loser Kulturverein im read!!ing room

Der „Loser Kulturverein“ präsentierte die 8. Auflage Ihrer Lachperlen

Im Sommer 2018 waren Renate Woltron und Manuel Girisch zum ersten Mal aks kabarettistisch gemischtes Doppel im read!!ing room. Damals präsentierten sie unzählige Pointen rund um das Thema Urlaub und Reise. Knapp fünf Monate später kamen Sie zurück und hatten mit „Lachperlen 8“ einen Querschnitt ihrer unterschiedlichen Programme in der Tasche. Und vorweg kann gesagt werden: „Die stürmische Mann-Frau-Session“ nahm so ziemlich alles auf die Schippe, was einem im Alltag unterkommt.

Erinnerungen an Loriot und Hugo Wiener

Woltron und Girisch hatten zeigten sich als Spezialist*innen des Wiener Humors und bespielten den Platz mit unterschiedlichen Techniken: Mal als klassischer Sketch, mal als sarkastisch-ironische Reflexion, mal als Sickerwitz, mal als launischer Dialog. Die Reverenzen an den 5. Wiener Gemeinedebezirk (Straßennamen und historische Ereignisse, sowie die Bärenkreuzsage) dienten als Übergänge zwischen den einzelnen Sets. Woltron schlug meistens auf, Girisch retournierte mit Bravour und so rasten die beiden in einer knappen Stunde von Pointe zu Pointe. Die Dialoge zwischen Mann und Frau erinnerten stark an „Szenen einer Ehe“ von Loriot. Einiges hätte auch vom großen Hugo Wiener stammen können.

Kinderwunsch Lucifer oder Lucifa

Besonders nett, wenn SIE versucht ihrem Göttergatten einen vermeintlichen Kinderwunsch unterzuschieben.  Die Reaktion des Gatten ist klar: Er will kein Kind und führt natürlich alle Gegenargumente an, die ihm einfallen. Als er erfährt dass der Familiennachwachs auch noch zu allem Überfluss auf den schönen Namen „Luficer“ oder „Lucifa“ hören soll, werden sogar die katholischen (Groß)Eltern bemüht. Auch einige Abstecher in das Tierreich wurden zum Besten gegeben – ganz im Stil einer zeitgenössischen Fabel, hielt der kleine Hase der eitlen Giraffe den Spiegel vor. Auch Hund und Katze sinnierten über die Vorteile von Sommer und Winter für die persönliche Befindlichkeit und gaben ein sehr menschliches Abbild ab. Weitere Tiere aus dem reichhaltigen Zoo der Menschheit bekamen ihr „Fett“ ab. Bei den absurd kurzen und doch sehr pointierten Dialogen zwischen zwei Sozialpädagogen, die eigentlich den Hauptbahnhof suchen, brach das Publikum in schallendes Lachen aus.

Ärztewitze – immer beliebt

Ein gefundenes Fressen für Kabarettist*innen und Witzeerzähler*innen ist das besondere Verhältnis zwischen Arzt und Patient. Auch die sorgende Ehefrau und ihr wenig einsichtiger Lebe,- und Ehemann sind bekannte Sujets, die immer wieder variiert werden können. Vielleicht ist es die unumstößliche Tatsache, dass Menschen – je älter sie werden – ihre Gesprächsthemen immer mehr in den „volks“-medizinischen Bereich verlegen, die daran Schuld ist, dass Arztwitze in der Beliebtheitsskala ganz oben stehen.

Der bunte Reigen an Szenen, Witzen und Pointen schloss mit dem Ausgangsthema: Szenen einer Ehe. Ein stoischer Briefmarkensammler trifft auf eine energische Staubsaugerfee. Was für ein verbales Match am Rande der Brutalität. Und weil es immer noch besser geht, lieferten Woltron und Girisch zum Abschluss eine Einführung in die Sinnhaftigkeit von Bargesprächen um „Achtel vor Sperrstund“ und führten in die Präzision von wienerischen Zeitangaben ein. Ich sag nur:  „jetzt dann“…


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