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Knallschoten und ein Hund namens Otto

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„Gemischte Doppel“ bei Lesungen sind keine Seltenheit im read!!ing room. Christian Schwetz erwies sich in den letzten Jahren jedoch als wahrer Spezialist in diesem ganz speziellen Genre. Meist sind die literarischen Doppelkonferenzen so gestaltet, dass die beiden Lesenden jeweils ihren Part lesen: mal nacheinander, mal abwechselnd. Angelika Högn und Christian Schwetz, die zum ersten Mal in dieser Besetzung eigene Texte lasen, hatten sich für ihre ganz persönliche Knallschoten-Lesung am 12. August etwas Besonderes ausgedacht. Der erste Text war ein „Remix“ eines Gedichtes von Christian Schwetz; von Angelika Högn kunstvoll erweitert und von beiden im breiten Wiener Dialekt vorgetragen. Rede und Gegenrede; ein perfekter Einstieg in die  gemeinsame Lesung.  Eine wahrlich schöne Idee.

Angelika Högn schloss einen längeren Erzähltext an. Ihre Ich-Erzählerin ist im wahrsten Sinne des Wortes auf den „Hund“ gekommen. Die „Erbsenzählerin“ – so der Titel der Erzählung – ist eine pensionierte Buchhalterin, die ihre Befreiung ausgerechnet dadurch erfährt, dass sie sich ungeplant einen Hund „eintritt“. Die Erzählung, klassisch gebaut, entwickelt eine Figur, die aus der Enge ihres Lebens ausbricht und ihr Glück doch noch findet.

Der titelgebende Text „Knallschoten“ arbeitete mit dem Trick der Volksetymologie und freien Assoziationen. Anders formuliert: Die Duden-Bedeutung wurde in der Högn-Schwetz-Koproduktion sehr frei erweitert und vertieft, so dass doch der eine oder andere Nonsense-und Lachfaktor gegeben war. Christian Schwetz war bei diesem Text in seinem Element. Unnachahmlich seine Gesangseinlage von „Wickie und die starken Männer…“ Es folgten Texte aus „Am Anfang war das A“, das heuer in der Edition Libica erschien („Erbsenzeit“, „Prinzessin auf der Wiese“ uam.)

Angelika Högn und Christian Schwetz lasen zum Schluss jeweils zwei Gedichte des anderen, was einen ganz besonderen Schluss darstellte – und ein Modell für weitere „Doppelkonferenzen“ sein könnte.

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