Springe zum Inhalt →

Drei Pünsche im Santa-Claus-Onenightstand-Motel

Bruno Jaschke und Christian Schwetz gaben es sich weihnachtlich

Wenn Santa Claus (das u.s.-amerikanische Pendant des Weihnachtsmannes) in einem Bostoner „Santa Claus One Night Stand“-Motel absteigt und sich jenen Dingen hingibt, die laut Murphy’s Law entweder illegal sind oder fett machen, dann kann nur ein Akt der Erregung öffentlichen Ärgernisses folgen. Santa Claus in Polizeigewahrsam hat natürlich ungeahnte Folgen für die Bostoner und New Yorker Bevölkerung.

Nicht weniger gewichtig sind die Folgen für ein 237-Seelen-Dorf, in dem der Weihnachtstruck eines Salzburger Getränkeherstellers spontan umgestürzt und mit Punsch beträufelt wird. Oder wie wäre es mit einem Bioweihnachtsmann – samt olfaktorischer Authentizität?

Bruno Jaschkes Adventkalendergeschichten, die einen leicht reportagehaften Ton haben – Profession verpflichtet – entrückten die anwesenden Zuhörer*innen und Leser*innen in scheinbar weit entfernte, absurde Weihnachtswelten, die auf den ersten Blick nur wenig mit der heimischen Realität zu tun hatten. Er trug insgesamt vier Geschichten aus den beiden Büchern „Adventträume“ und „Fürchtet euch nicht.“ vor. Die Texte waren und sind von einer beeindruckenden Zeitlosigkeit.

Christian Schwetz begann fast schon standesgemäß mit seinem „Am Anfang war das A“ und präsentierte eine Mischung aus „zufällig entstandenen Weihnachtstexten“, die durch noch „zufälligeres Schreiben“ entstanden. Dabei konnte es passieren, dass Schwetz „sich schon wieder anhört wie Wolf Haas“ und sein literarisches Ich fragen ließ, wieso der Weihnachtsmann eigentlich böse sei. Nach einem Zwischenspurt durch die Tiefen von Vater-Tochter-Beziehungen, gelangte er in den un/geteilten Himmel.

Der krönende Abschluss, des wirklich gelungenen und äußerst amüsanten Abends, war das Kurzmärchen „Punschlos glücklich“ mit Müllers Sohn und einer Prinzessin als Protagonisten. Müllers Sohn hatte drei Pünsche frei und wählte mit mehr oder weniger Bedacht. Wohin das führen kann, wenn zu allem unstandesgemäßen Unheil eine Prinzessin im Spiel ist, überließ Christian Schwetz mehr oder weniger den weihnachtlichen Vorahnungen der Besucher/innen.

Eine Kostprobe der Lesung finden Sie auf Youtube:Christian Schwetz liest weihnachtliche Erlebnislyrik

Veröffentlicht in Veranstaltungen

Kommentaren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.