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Wer eine Reise macht… Nepal mit Loui Hatz

Unter dem Titel „Anders reisen. Nepal“ brachte Loui Hatz am 22. Februar einen Bildvortrag über eine vierwöchige Reise Nepal in den read!!ing room mit. Ausgangspunkt der Reise war Kathmandu, das sich, laut Aussagen des Vortragenden, in den letzten Jahrzehnten sehr stark verändert hat. Die ersten Stationen in Kathmandu waren das brodelnde Thamel und die Freak Street.

Die Freakstreet ist ruhiger als das hektische Thamel. Während Thamel sehr stark auf den Tourismus ausgerichtet ist, sind auch die Nepali hier anzutreffen. Die Freak Street war einst ein Schmelzpunkt der Aussteiger in Nepal.

Reisen auf eigene Faust – mit Bus, Fahrrad und zu Fuß

Weiter ging die Reise nach Langtang an der indischen Grenze. Das Dorf Langtang wurde durch eine vom Erdbeben im April 2015 ausgelöste Lawine aus Eis und Geröll vollständig zerstört. Man gehe buchstäblich über Leichen, da die knapp 400 Toten nicht geborgen wurden. „Wahrlich kein schöner Gedanke, vor allem in Anbetracht der Schönheit der Landschaft“,so Loui Hatz. Überhaupt kam der weitgereiste Wiener immer wieder auf das Erdbeben zu sprechen, dessen Folgen noch immer sichtbar sind.

Ein weiterer Punkt in den Ausführungen des Vortragenden sind die zahlreichen Legenden, die mit den Bergen verbunden sind. Wer durch Nepal reist, muss mit einem Auf und Ab im wahrsten Sinn des Wortes rechnen. Eine gewisse Grundfitness und Wetterresistenz seien daher notwendig um die zahlreichen Höhenmeter zu bewältigen.

Land und Leute

Loui Hatz‘ Interesse galt jedoch nicht nur der atemberaubenden Natur, sondern viel mehr Land und Leuten. So berichtete er, dass in Nepal die Hauptarbeit von Frauen geleistet wird. Auch sei das Kastensystem noch stark verbreitet, obwohl es das System offiziell nicht mehr gibt.

Aufgrund fehlender Standards, sei man sehr stark auf gegenseitige Hilfe angewiesen. Auch wenn es überall Armut gebe, brauchte man nicht zu hungern. Solidarität würde fehlende Wohlfahrtsstrukturen ersetzen. Ein Beispiel sei der „öffentliche Transport“ . Autos, die für vier Leute zugelassen sind, könnten teilweise bis zu 14 Personen tragen.

Geburtsort Buddhas

Weiter ging die Reise  ist den Tempelbezirk von Pashupatinath. Er liegt an den Ufern des Bagmati-Flusses östlich von Kathmandu in einer Höhe von ca. 1315 m. Das Besondere dieses Ortes ist nicht nur der der Shiva-Tempel, sondern auch die Verbrennungsstätten. Ebenfalls auf dem Programm stand Lumbini und der Lumbini-Park. Hier soll der Überlieferung nach der Geburtsort Buddhas sein.  Der prachtvolle Park ist bestückt mit wunderschönen Tempeln, die von verschiedenen Nationen gesponsert wurden. Der Garten steht im krassen Kontrast zur sehr ärmlichen Gegend.

Von Lumbini fuhr Hatz weiter zur indischen Grenze quer durch die Dörfer um Land und Leute weiter kennen zu lernen. Die Fahrradtour umfasste zwar gerade einmal etwas mehr als 20 Kilometer, eröffnete dem Reisenden eine Welt. Man kann sich natürlich vorstellen, dass ein weißer  Europäer auf dem Fahrrad auch ein Kuriosum für die einheimische Bevölkerung darstellt.

Weiter ging die Reise nach Pokhara, die für viele Besucher*innen wohl schönste Stadt Nepals. Neben dem Pheewa-See ist die Friedenspagode einer der Hotspots der Region. Die Uferzone besteht aus einem Sammelsurium an Gebäuden; unterschiedliche Werbeschilder in allen Sprachen prägen die Straßen.

Bandipur und Gorkha waren die nächsten Stationen. In Manakamana stehen die größten Tempel und Heiligtümer des Landes. Allerdings wurden 2015 sehr viele durch das Erdbeben zerstört. Hier kommt es noch zu Tieropfern. Die Tiere werden im Anschluss verwertet und verarbeitet. Kathmandu bildete den Abschluss der Reise, was auch ein wenig die Rückkehr in die Zivilisation bedeutete – also Mitten in den Verkehrsstau von Kathmandu.

Selbstorganisiert reisen

Die Ausführungen von Loui Hatz sind deshalb so spannend, da er ein wahrer Nepalkenner ist.  Seine erste Reise fand Ende der 70er Jahr statt. Seit dem reist er immer wieder in das Land.

Kontaktfreude sei eine der wichtigsten Eigenschaften, wenn man selbstorganisiert reisen möchte. Busstationen müssen grundsätzlich erfragt werden. Auch die besten Guesthouses werden direkt von einheimischen oder anderen Reisenden vermittelt. Das Gespräch und die Neugier sind ein unerlässlicher Wegbegleiter.

Wenn man wie Loui Hatz reist, besteht eine der Besonderheiten darin, dass man sich treiben lassen kann. Wenn man mit offenen Augen und Ohren reist, kommt man permanent in Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung, aber auch mit anderen Reisenden. Viele Freundschaften auf Zeit entstehen, einig dauern nur einen Tag lang. Die Eindrücke halten ein Leben lang.

Veröffentlicht in Veranstaltungen

Ein Kommentar

  1. Reinhard Malicek Reinhard Malicek

    Sehr guter Vortrag. Hat mir gut gefallen, wenngleich ich ihn zu einem früheren Zeitpunkt erleben durfte. Lg Reinhard

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