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Von Schwerenötern und anderen typischen Wienern…

Peter Campa Lesung read!!ing room September 2019

Peter Campa gab neueste Geschichten aus seiner „Komödie der älteren Herren“ zum Besten.

Seit seinem letzten Buch („Der alte Hund“, erschienen im Sisyphus-Verlag) sind zahlreiche neue Geschichten rund um die Protagonisten Kudrna, Heißenbüttel und Hund Farkas entstanden. Bei jeder Lesung stellt der Autor neue Geschichten vor und verwebt die Spaziergänge seiner Helden, die meist ältere Semester im „Un“ruhestand sind, mit Erlebnissen aus und rund um die Wiener Heimat.

Ältere Herren

Die Welt, die Peter Campa entwirft, ist meist eine sehr männliche. Auch wenn der Titel der Lesung am 27. September  („Statt einer Frau“) eine Kehrtwendung versprach, so war es die beredte Abwesenheit von literarischen Frauenfiguren im Leben der Herren Kudrna, Heißenbüttel und Lebeda, die der Autor detailreich und mit etlichen kleinen Schmunzelattacken auf die Absonderlichkeiten des Alltags inszenierte.

Vor allem das Kapitel rund um ein Blind Dating von Franz Joseph Heißenbüttel im Café Rüdigerhof entwickelte sich zu einem wahren Krimi. Heißenbüttel sollte eine Frau mit einem roten Hut und einem Exemplar der Zeitung „Falter“ dort treffen.

Die Dame mit dem roten Hut

Zunächst traf er jedoch auf einen alten Bekannten, einen gewissen Helmut, mit dem er gemeinsame Arena-Zeiten hochleben ließ. Die Dame mit dem roten Hut tauchte mit einiger Verspätung in Begleitung eines Russen, der auf den wunderbaren Namen Igor hörte, im Café auf. Die Begegnung zwischen der Dame mit dem roten Hut, Igor und Franz Joseph endete beinahe in einem Debakel … aber zu viel soll an dieser Stelle nicht verraten werden.

Auch eine neue Figur, Thomas Lebeda, wohnhaft in der Josefstadt, hat so seine liebe Mühe mit dem weiblichen Geschlecht. Er treibt sich, laut Autor Campa,  am liebsten im Café Merkur, das ein alternativer Studierendentreff war und wahrscheinlich noch ist, herum und versucht mit Frauen ins Gespräch zu kommen… was dann eher scheitert.

Peter Campa zeichnet in seinen Kurzgeschichten nicht nur viele zeitgeschichtliche und kulturell wichtige Ereignisse für die Stadt Wien nach; nein: er porträtiert auch Figuren, die durchaus in der Folge eines alternative „Mundl“ Sackbauer stehen könnten: eigenbrödlerische Wiener mit einem ausgeprägten Hang zu Kaffeehäusern.

 

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