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Vom Lösen, Strömen und Wölken: Lesung der „Schreibwelten“ in Zusammenarbeit mit der „Edition libica“

„Frühling in Wien, ja der Lenz ist da“. Simone Stefanie Klein leitete den Abend mit einem bitterbösen Wienerliedtext, der auf liebliche Schlagermusik traf, fulminant ein. Die Latte für einen unterhaltsamen Abend wurde hoch angesetzt. Silvia Waltl übernahm den Stab und eröffnete die Moderation der Lesung mit dem Hinweis, dass es sich bei „Vom Lösen, Strömen und Wölken“ um einen Lesezyklus handele, der den Elementen gewidmet sei. Das Wasser diente als Leitmotiv für die Lesung im read!!ing room. Weitere Lesungen zu den anderen Elementen würden im Laufe des Jahres stattfinden. Georg Pfeiffer war der erste Lesende. Sein Text war einer Art „Seniorenclub“ gewidmet und beschrieb ein Frühlingserwachen mit Rolator inklusive Oberschenkelbruch. Es folgte Andrea Farthofer mit veröffentlichten und unveröffentlichten Gedichten. Dem Thema gemäß, begann sie mit Wassermanntexten, die sie von selbst erstellten Lyrikkarten – sogenannten „Lyrik-Foto-Karten“ – las. Farthofer verband Metaphern aus den Wortfeldern Meer oder Zeit mit einem absolut konträren Wortfeld und schuf so verdichtete Bilder, die einerseits an Sprachgewohnheiten rüttelten, andererseits neue Bilder entstehen ließen. Als dritte Lesende betrat Christina Kopeczky die kleine read!!ing room-Bühne. Ihr erster Text hieß „Schlaflos“ und war eine minutiöse Darstellung einer schlaflosen Nacht; ein Text, der beim Publikum ein zustimmendes Nicken erntete. Der zweite Text hieß „Ich bin von einem anderen Stern“ – die Farben blau und gelb dominierten in einer Geschichte, die die Themen Identität, Heimat und Dazugehören verhandelte.

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Foto aus der letzten Reihe: Simone Stefanie Klein bei ihrem Auftritt.

Der zweite Teil der Lesung wurde erneut von Simone Stefanie Klein musikalisch eingeleitet. Der Liedtext stammte von Ilse Nemmert und war – ganz der „Tonart“ des ersten Liedes verpflichtet – eine lieblich morbide Geschichte, die auf den Refrain „Drum verschenk ich heit mei Leben, es geht mir eh ois daneben.“ hörte. Die bereits genannten Autorinnen und der Autor schlossen die zweite Leserunde des Abends an. Georg Pfeiffer las einen Text über einen schwerhörigen Komponisten, der sich beim Komponieren vom Autolärm gestört fühlte. Es verwunderte wenig, dass der Text irgend etwas mit Beethoven und der 5. Symphonie zu tun hatte. Andrea Farthofer situierte ihr zweites Set in den Frühling und den Sommer und schloss mit einem Jahreszeitenzyklus. Christina Kopeczky ließ allegorische Größen wie Lüge und Wahrheit Strippoker spielen – ein Text für den die Redewendung „nackte Wahrheit“ Pate stand. Christina Kopeczky positionierte in ihrem letzten Beitrag die Literatur in eine Berglandschaft, an den Rand eines Flusses und schloss den Leseabend punktgenau mit dem Thema Wasser und Literatur ab. Simone Stefanie Klein und Silvia Waltl, die als Veranstalterinnen zeichneten, besorgten den gesanglichen und lyrischen Kehraus des Abends.

Veröffentlicht in Veranstaltungen

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