Springe zum Inhalt →

Über 7Brunnen musst du gehen…

…oder das „jüdische“ Margareten.

Margareten ist nicht gerade bekannt für seine „jüdische“ Kultur. Meist werden lediglich die Synagoge in der Siebenbrunnengasse und vielleicht noch das Bethaus auf der Wiedner Hauptstraße erwähnt. Tatsächlich befand sich in jenem Grätzel, durch das die Bezirksgrenze zwischen Wieden und Margareten verläuft, eine rege jüdische Community, die nach verschiedenen Angaben bis zu 3.500 Menschen umfasste – zumindest vor dem Anschluss an Nazideutschland.

Die Margaretner jüdische Bevölkerung setzte sich hauptsächlich aus Gewerbetreibenden, Handwerkern und Arbeitern zusammen. Einige Intellektuelle, wie Friedrich Eckstein oder die Industriellenfamilie Altmann wohnten ebenfalls im Bezirk.

Margareten und die Shoa

Berichtet man über das jüdische Leben in Margarten, ist dies natürlich stark mit der Shoa verbunden: Das Kommissariat in der Wehrgasse, die Synagoge, die bei den Novemberprogromen zerstört wurde, Arisierungen und Restitutionen sind die traurigen Belege für das Leben der jüdischen Gemeinschaft im Bezirk. Es zählen aber auch die Anekdoten: Friedrich Eckstein, der als Polyhistor stets gerne Auskunft gab, besonders über Dinge, die er nicht wusste,  das Hin- und Her um eine Gedenktafel oder die Bar Mizwa des Autors Hans Weigel, der dieses wichtige Ritual, nur aus Liebe zu seinem Großvater vollzog.

Neu in die Tour wurde der Zsolnay-Verlag aufgenommen, der sein erstes Büro in der Castelligasse 17 hatte, wo sich heute mit „Neustart“ die Bewährungshilfe befindet. Betrachtet man die wechselvolle Geschichte des Verlags, besonders in den 30er Jahren, so bekommt dieses Wort „Neustart“ fast schon eine zynische Bedeutung.

Beendet wurde die sehr gut besuchte Tour – auch dank einer „Groops“-Gruppe – am Siebenbrunnenplatz, wo sich am „Luegerbrunnen“ der Kreis in mehrfacher Weise schloss: einerseits wurde das Rätsel der „sieben Brunnen“ anschaulich gelöst, andererseits war auch Karl Lueger „ein Teil“ des jüdischen Lebens in Wien.

Die nächste Tour findet am 20. März 2016 um 14.00 Uhr statt und ist den Margaretner Frauen gewidmet. Die Tour startet wie gewohnt beim read!!ing room.

Der read!!ing room bedankt sich noch einmal bei allen Teilnehmer/innen und freut sich auf ein Wiedersehen.

7brunnen_klein
Die allegorische Stadt Wien, der schöne Karl und drei Besucherinnen.

Veröffentlicht in Veranstaltungen

Kommentaren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.