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Gegensätze ziehen sich an

Herbert Weiner und Gabriele Rökl lasen im Rahmen des Literaturfestivals „Summa in da Stadt 2016“ aktuelle und unveröffentlichte Texte. Während Herbert Weiner den guten alten Sherlock Holmes in einem neuen Gewande erscheinen ließ, konzentrierte sich Gabriele Rökl auf neue Wiener Geschichten. Herbert Weiner breitete seine Vorliebe für schrullige Geschichten aus. Er vermischte Sherlock Holmes mit anderen Zitaten („Pinky and the Brain“) und ließ bewusst das eine oder andere Ende offen.

Gabriele Rökl zeigte wiederum ihr Gespür für reportagenartige Texte. Minutiös beschrieb sie „Wiener Originale“ wie die von ihr erfundene „Fisolengrethi“. Auch der hiesigen U-Bahn-Linie 6 setzte sie ein differenziertes und kritisches Porträt und stellte ihre einmalige Beobachtungsgabe unter Beweis. Rökl schaute nicht nur dem „Volke auf’s Maul“, sondern im wahrsten Sinne auch auf die Füße.

Herbert Weiner versuchte sich – wie bereits gesagt – in der Gestaltung von neuen Sherlock Holmes-Krimis,  den er mehr oder weniger als Physikstudenten konzipierte – Nerd-Humor inbegriffen. Die Lesung funktionierte – obwohl beide Autor/innen in Stil, Thematik und Präsentation nicht unterschiedlicher sein könnten.

Gabriele Rökl sorgte für den volksbildnerischen Höhepunkt des Abends. Sie klärte nicht nur über gewisse „Darmwinde“ auf, die durch den Verzehr von Hülsenfrüchten entstehen können, sondern bewies mit ihrem  Ausflug in den Wiener Dialekt, dass die Wiener/innen den Blähungen einen gewissen Ehrenplatz in der Sprache eingeräumt haben.

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