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Franz-Josef Heißenbüttel auf den Spuren der Revolution

Peter Campa (12/2016)
Peter Campa (12/2016)

Gestern beehrten mehrere alte Bekannte den read!!ing room. Peter Campa brachte seine beiden Helden Franz-Josef Heißenbüttel und Friedrich Kudrna mit in den read!!ing room. Der Saison entsprechend, ließ Campa im ersten Teil der Lesung seine Figur Friedrich Kudrna „in die Stadt“ fahren. Per Öffis suchte der Frühpensionist den Naschmarkt heim und wunderte sich über die zahlreichen Veränderungen.

Franz-Josef Heißenbüttel wurde von einem Bekannten zu einem Heurigen eingeladen. Peter Campa nutzte die Gelegenheit um seinen Helden von Margareten nach Ottakring reisen zu lassen. Eine willkommene Gegenheit sich über Ottakring und insbesondere über Johannes Nepomuk Berger auszulassen. Peter Campa widmete dieses Kapitel den Wirrungen und Irrungen der Revolution von 1848. Da Franz-Josef Heißenbüttel, der ehemalige Manner-Mitarbeiter, gerne mit seinem Hund Farkas in der Stadt herumreist, ist es nicht wirklich verwunderlich, dass gewisse Straßennamen unweigerlich zu Assoziationen führen. Von Johannes Nepomuk Berger ist es nur ein kleiner Sprung zu Anastasius Grün, der mit „Die Spaziergänge eines Wiener Poeten“ ein wahrlich oppositionelles Werk schuf. Anastasius Grün zog im XIX. Jahrhundert den Unmut von Fürst Metternich auf sich. Von Metternich springt es sich leicht zu aktuellen Sicherheitsfans wie Norbert Hofer und einigen sehr spannenden Gedanken zur Suchtmittel-Thematik.

Campa nutzt die Gedankenwege seines Helden nicht nur um Viennensa zum Besten zu geben oder um Kommentare zu Geschehnissen der Politik abzugeben. Er zeichnet wunderbare Einzelgänger, die den Luxus pflegen, ihren Gedanken frei nachhängen zu können und im besten Sinne des Wortes zu „sinnieren“. Franz-Josef Heißenbüttel ist eine ideale Figur, ein moderner Bohemien, der nur an seinen Hund gebunden hat. Farkas hat natürlich gewisse Bedürfnisse, die es dem Helden der Erzählung erlauben, die Stadt Wien, die in allen Kurzgeschichten Campas die eigentliche Heldin ist, zu durchwandern.

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