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Europäische Theaternacht: Joseph Roths Testament

Bereits zum zweiten Mal (nach einer Lesung im Jahr 2014) wurde „Die Legende vom Heiligen Trinker“ von Joseph Roth in einer sehr stimmungsvollen und kompakten Lesung dem Publikum dargeboten. Der Text, der nicht zu unrecht als eine Art Testament des großen österreichischen Autors gilt, schildert eindringlich und melancholisch die Geschichte eines Clochards auf seinen Irrungen und Wirrungen unterhalb der Seine-Brücken. Durch einige glückliche Zufälle – andere würden von metaphyischen Fügungen sprechen – taumelt der Protagonist durch Paris, mit ein wenig Geld in der Tasche. Sein Ziel: Er möchte sein Versprechen einlösen und seine Schulden zurück bezahlen. Oder wie ein Jörg Fauser – ein Bruder im Geiste Roths – schrieb:

„Die Legende vom heiligen Trinker, wo nichts mehr erklärt wird, weil ja alles vorher erklärt war, und das Leben brennt wie eine bengalische Kerze und geht aus, und mehr ist es nicht, und nicht weniger. Aber den Roth hätte es vielleicht gefreut, daß man im Spital in die Rubrik auf dem Totenschein, wo der Beruf stehn soll, geschrieben hat: »Sans profession.« Aus all dem Untergang heimgekehrt unter die Brücken von Paris. Gott gebe uns allen, uns Toten, ein so schönes Grab!“ – (Quelle)

Claudius Kölz, Lotte Loebenstein, Anna Nowak und Kurt Raubal lasen den Text in verteilten Rollen. Mit „Der Legende vom Heiligen Trinker“ nahm der read!!ing room zum ersten Mal an der Europäischen Theaternacht teil. Alle, die Roths Text in einer Bühnenfassung sehen wollen, mögen sich an das Pygmalion-Theater wenden. Hier wird der Text noch im November und Dezember auf die Bühne gebracht.

Man könnte fast sagen: Die vier üblichen Verdächtigen. Oder: Claudius Kölz, Anna Nowak, Lotte Loebenstein, Kurt Raubal
Man könnte fast sagen: Die vier üblichen Verdächtigen. Oder: Claudius Kölz, Anna Nowak, Lotte Loebenstein, Kurt Raubal

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