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Europäische Theaternacht: Der Prozess 2.0. frei nach Nikolaj Gogol

Bereits 2016 nahm der read!!ing room an der „Europäischen Theaternacht“ mit einer szenischen Lesung von Joseph Roths „Die Legende des heiligen Trinker“ teil. Heuer sollte es eine Eigenproduktion sein: Der Prozess frei nach Nikolaj Gogol wurde als Zweipersonenstück in einer szenischen Lesung programmiert. Neil Y. Tresher schrieb Nikolaj Gogols Einakter aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts um und situierte ihn insUmfeld des Wiener Beamtentums des Jahres 2017.

Gogol schrieb die kleine Komödie „Der Prozess“ im Zeitraum zwischen 1832 und 1836. Das Stück wurde 1842 publiziert und laut Wikipedia am 27. September 1844 in St. Petersburg uraufgeführt.

Der Feind meines Feindes

Der Inhalt von Gogols Komödie ist schnell umrissen.  In der Originalfassung beträgt das Stück nur wenige Seiten. Drei Personen treten auf. Die Hauptfigur Alexander Proljotow, Obersekretär im Senat des Gerichts, ärgert sich über Pawel Burdjukow, der, obwohl korrupt, trotzdem befördert wird. Proljotow bekommt den Besuch Burdjukows von seinem Diener gemeldet. Allerdings handelt es sich nicht um den gehassten Pawel, sondern um dessen Bruder Christofor, der spannende Dinge über eine Erbschaft zu berichten weiß. Das Stück funktioniert nach dem Prinzip: Der Feind meines Feines ist mein Freund.

In der Version aus dem Jahr 2017 wird der Kern der Geschichte belassen. Proljotow wird zu Krammer, Burdjukow zu Engelhardt. Die Figur des Dieners entfällt. Die Handlung spielt in Wien. Neil Y. Tresher sorgte für die Modernisierung des Stückes. Inhaltlich ist Gogols Stück – in Anbetracht politischer Ränkespiele – aktuell wie nie zuvor. Nur das Umfeld und die Sprache atmen ein wenig das Parfum des XIX. Jahrhunderts.

2018 wird es zu einer Reprise von „Der Prozess 2.0. frei nach Gogol“ im read!!ing room kommen.

 

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