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Weinberg, Boot und Olivenbaum – eine griechische Reise

Machen wir doch einen kleinen Test! Woran denken Sie, wenn Sie das Wort „Griechenland“ hören? Den meisten unter uns werden wohl die Wörter „Sonne“, „Meer“ und „Schuldenkrise“ in den Sinn kommen. Vielleicht auch noch Ouzo und Feta. Andere werden an die Flüchtlingskrise denken.

Landeskunde der anderen Art

Gerald Jatzek, seines Zeichen Autor, Journalist und Musiker, präsentierte zum zweiten Mal im read!!ing room ein landeskundliches Programm der anderen Art. Beim letzten Mal widmete er dem Publikum eine besondere Englischstunde. Am vergangenen Freitag präsentierte Jatzek mit Gitarre und Mandoline ein Programm, das so gar nicht zum aktuellen Griechenlanddiskurs passt. Er las und sang u.a. Texte und Lieder von Autoren, die man kaum kennt. Mit Mikis Theodorakis können viele Menschen noch etwas anfangen, aber wie sieht es mit Kiki Dimoula aus? Die 1931 in Athen geborene Autorin bekam 2009 immerhin den Europäischen Preis für Literatur. Oder Odysseas Elytis? Der 1996 verstorbene Dichter verband „altgriechische Hymnen mit surrealisitschen Verfahren“ und erhielt für deinen Gedichtband mit dem wunderbaren Titel „Gepriesen sei“ 1979 den Literaturnobelpreis.

Gerald Jatzek präsentierte Musik und Literatur aus Griechenland abseits von Sirtaki und Sorbas

Gerald Jatzek präsentierte über ein Dutzend Autor*innen, unterschiedlichste Lieder und führte in die zeitgenössische Geschichte und Literatur Griechenlands ein. Er erzählte über den Umgang der Autor*innen mit der Zensur, erinnerte daran, dass Griechenland in den 60er und in den 70er Jahre unter der Diktatur der Obristen zu leiden hatte und vermittelte Konzepte wie Pathos und Fremdheit. Auch die lebendige Kultur von Smyrna  (heutiges Izmir) wurde gestreift. Er nahm das handverlesene Publikum auf eine wunderschöne Reise mit.

Trotz Verkühlung sang, las und spielte Gerald Jatzek. Das war beeindruckend. Noch beeindruckender war, wie sich Gerald Jatzek selbst zurücknahm. Er sang die Lieder im Original und erwähnte seinen vor zwei Tagen erschienen Gedichtband gerade einmal lapidar.

Daher möchten wir dies noch einmal in aller Deutlichkeit nachholen: Bei Podium erschien das Porträt Nr. 3  von  Gerald Jatzek vor wenigen Tagen.


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