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Doppelte Weltpremiere in Margareten

Ava Ardens stellte zum ersten Mal ihre fantastischen Texte einem breiteren Publikum vor

Am 3. Mai konnte der read!!ing room gleich mit einer doppelten Weltpremiere aufwarten. Zum einen wurde das neue Leseformat „Impuls-Lesung“ vorgestellt, zum anderen präsentierte die junge Autorin Ava Ardens zum ersten Mal ihre eigenen Kurzgeschichten einem interessierten Publikum. Das Besondere an einer Impuls-Lesung, die bei ihrer ersten Ausgabe unter dem Titel „Der, Die, Das – Wesen der Menschen“  stattfand, ist schnell zusammen gefasst: Die Impuls-Lesungen dauern eine halbe Stunde. Die Texte werden ansatzlos und ohne formale Einführung – respektive ohne den/die Autor/in vorzustellen – gelesen. Erst nach der ca. 30-minütigen Lesung wird das Publikum  begrüßt und das Format vorgestellt. So entsteht für die anwesenden Zuhörer/innen die Möglichkeit die Texte „ohne Filter“ zu genießen – unmittelbar, pur und authentisch.

Ava Ardens präsentierte ingesamt drei Kurzgeschichten. Ihre Texte stehen in der Tradition der „fantastischen Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts“, in der zunächst alltägliche Erlebenisse sich immer mehr ins Absurde und Fantastische steigern. So erzählt die Geschichte „Zerkratzte Gesichter“ von einer Ich-Erzählerin, die  Kreaturen mit scharfen Klingen auf dem Rücken ihrer jeweiligen Mitmenschen sieht. Diese Kreaturen bekämpfen sich teilweise untereinander und ritzen ihren „Wirt/innen“ kleine Risse in die Haut. Die Ich-Erzählerin versucht diesen „Wesen“ aus dem Weg zu gehen und ein unauffälliges Leben zu leben. Dies geht sogar soweit, dass sie sich in Diskussionen teilweise verleugnet, aus lauter Angst vor den erwähnten Ungeheuern.

Allegorisch

Die Texte von Ava Ardens sind schnörkellos geschrieben. Sie hält eine gute Balance zwischen dem erzählten Stoff und dem Erzähltempo; die Monologe und die eingeflochtenen Dialoge sorgen für Lebendigkeit. So baut sie ihre Allegorien langsam und stetig auf. Der einfache parataktische Satzbau unterstützt das Hinführen zu einer meist unausweichlichen Situation. Die Autorin deutet hin und wieder mit dem moralischen Zeigefinger in die richtige Richtung. Einer der größten Vorzüge der Autorin:  Ava Ardens strebt nicht unbedingt ein Happy End an.

All jene, die Ava Ardens als Schauspieler/in erleben wollen, haben die Gelegenheit dazu in „Die See“ von Edward Bond. Die Produktion unter  Thomas Declaude findet ab dem 5. Juni im Spektakel in Wien-Margarten statt. Dort tritt die Schriftstellerin allerdings unter ihrem „richtigen“ Namen auf. Mehr sei nicht verraten. Schauen Sie es sich einfach an.

Veröffentlicht in Veranstaltungen

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