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Buchpräsentation: „Läuferin aus Versehen“

„Mal wieder laufen gehen“. Diesen Wunsch formulierte Ina Lange vor einigen Jahren. Die Autorin von „Läuferin aus Versehen“ konnte damals noch nicht abschätzen, dass dieser fromme, kleine Wunsch sich zu einer wahren Passion entwickeln würde. Die Lehre daraus: Man soll ja bekanntlicherweise vorsichtig mit seinen Wünschen sein, denn sie könnten in Erfüllung gehen.

Präsentation „Läuferin aus Versehen“

Ein Buch über das Laufen – ohne Ratgeberton

Das Wichtigste gleich zu Beginn: Ina Langes Buch „Läuferin aus Versehen“ ist weniger Ratgeber, denn eine persönliche Geschichte über ihre Erfahrungen mit einer Sportart, die angeblich sehr einfach zu praktizieren ist. Die Autorin gibt ihre eigenen Erfahrungen weiter und verzichtet auf eine „Man nehme“ und „Du sollst“- Diktion. Sie berichtet über große Ziele – innerhalb weniger Monate einen Halbmarathon zu laufen – und die damit verbundenen Qualen, über falsches Training und über die Ungeduld, die sich beim Laufen einstellen kann. Die Bloggerin und Autorin erzählt auf sehr fesselnde Weise über die kleinen und großen Hoppalas beim Training, die Höhen und Tiefen, die sich einstellen können und gesteht mit entwaffnender Ehrlichkeit und Selbstironie ihre Fehler auf dem Weg zur Spitzenläuferin ein.

Geschichten zur Motivation

Das Buch ist ein Motivator der anderen Art. Ina Lange berichtet offen über die Technik des Selbstbetrugs und relativiert allgemeine Stehsätze wie: „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur unpassende Kleidung…“. Außerdem weist sie auf die Vorzüge eines fehlenden Rhymthmusgefühls beim Laufen mit Musik hin. Vor allem die Episode um die zweite Teilnahme am Wiener Frauenlauf ist eine wunderbare Lektion, wie man durch eine selbstironische Haltung mit Würde scheitern kann und wie zugleich gut gemeinte Ratschläge von außen ordentlich auf das Gemüt schlagen können – mit derartigen Geschichten wird das Buch auch für all jene interessant, die nicht direkt etwas mit dem Laufsport zu tun haben.

Unverhofft wurde „Läuferin aus Versehen“ auch zu einem Nachruf auf David Bowie, dessen Musik eine wichtige Trainingsgrundlage für die Autorin bildete. Authentischer geht es nicht.

Finish … rundum gelungene Lesung

Ina Lange las bravourös vor einem mehr als vollen read!!ing room. Die Autorin wählte einzelne kurze Passagen und erzählte zwischendurch freihändig und freimütig. „Läuferin aus Versehen“ steckt voller Humor (meist auf eigene Rechnung) und ist in einer sehr klaren und präzisen Sprache geschrieben. Die studierte Publizistin verzichtete auf Trainingsanweisungen, Tabellen und ähnliches, was dem Buch zu Gute kommt. Einen Ratschlag hatte die Autorin doch noch für das Publikum. Er betraf die vielen guten Vorsätze, die man zu Beginn eines neuen Jahres gerne macht und nach kurzer Zeit wieder in den Wind schießt. Mit den Vorsätzen sei es sei wie beim Laufen: Ein Schritt nach dem anderen.


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