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Bierige Texte, kräutrige Biere und Blickkontakt(e)

Angela Franz war die Initiatorin unserer „Bier versus Kamillentee“-Challenge. Eigentlich sollte ein Team Kamillentee gegen ein Team Bier mit literarischen Texten antreten. Da die ganze Sache nach der Ausschreibung nicht so richtig ins Rollen kam und schlussendlich nicht weniger (oder nicht mehr) als sechs Beiträge eintrudelten, wurde das ganze einfach in eine Bier- und Kamillenteelesung mit entsprechender Bierbegleitung umfunktioniert.

Ladies First: 3 Texte und 1 Wit-Bier

Es ist ja kein Geheimnis, dass Bier und Kamillentee nicht unbedingt die literarischen Metaphern par excellence sind. Trotzdem schafften es unsere Autor*innen den beiden in unserem Alltag doch mehr oder weniger stark verwurzelten Getränken ziemlich viele Seiten abzugewinnen.

Natürlich war das Bier in der Favoritenrolle – ganz klar. Interessant waren jedoch die einzelnen Umsetzungen des Themas.

Es begannen die Damen: Angela Franz zeigte, dass Kamillentee Engelsflügel wachsen lassen kann, Gabriela Dickie bewies, dass echte Männer mit Kamillentee so gar nichts anzufangen wissen. Gabriele Rökl sinnierte schlussendlich im Wesentlichen über die Entstehungsgeschichte der Challenge und die Verbindungen zwischen Biergenuss und Fußball respektive Werbung.

Nach dem ersten Durchgang präsentierte Biersommelière Karin Vouk ein erstes Bier. Es handelt sich um ein österreichisches Wit-Bier, das auf Koriander und Orangenschale setzte. Karin Vouk erzählte nicht nur über Inhaltsstoffe, Brauweisen und andere Dinge, sondern auch über die kulturellen Aspekte des Gerstensaftes,

Gabriela Dickie, Angela Franz, Gabriele Rökl – Publikum – Karin Vouk im Vordergrund – Manuel Dragan, Herbert Weiner, Christian Schwetz (v.l.n.r.)

Gentlemen last?

Der zweite Durchgang wurde von den Herren bestritten. Christian Schwetz startete mit einer gewissen Maria, die jährlich in freudiger Erwartung sei und ihm das ganz persönliche Vergnügen am „Wei(h)nachteln“ vermiesen würde. Manuel Dragan schloss mit einer ganz speziellen Agenten-Story an und Herbert Weiner inszenierte eine feministische Version der „Inglorious Bastards“ (sic!) mit den Protagonistinnen Anna Chie und Bärenemanze. Sigi Maurer herself wurde mit einem literarischen Gastauftritt bedacht. Die Inglourious Bastardln – wie Weiner seine Frauengruppe nannte – ließen sich  in dieser Persiflage auf Quentin Tarantinos Film zu allerlei Schabernack hinreißen. Ich sage nur gefesselter Mann am Boden, dessen Stirn mit Buntstiften bemalt wurde etc.  Der Protagonist der Erzählung hatte ein hinreißendes Alibi: Die Inglourious Bastarldn hatten mit fingierten Rechnungen vorgesorgt. Jene des Ich-Erzählers wies ein Bier und einen Kamillentee in einem Wiener Gasthaus aus, was man als eine ganz besondere Wiener Mischung verstehen könnte.

Besuch von Blickkontakt

Beschlossen wurde der Abend mit zwei weiteren Bieren: einem Bier mit Berghopfen, Honig und Kräutern aus Niederösterreich und einem Ingwerbier aus der Steiermark.

Besonders freute uns der Besuch des Vereins Blickkontakt. Der Abend war für alle Teilnehmer*innen ein ziemlicher Genuss und wir überlegen, ob wir das Konzept Literatur trifft auf Bier weiter ausbauen werden.

 

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