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Badeschluss: Und der Sommer ist vorbei

Es ist ja schon mittlerweile eine kleine Tradition, dass Herbert Weiner und Kurt Raubal den Abschluss vom „Summa in da Stadt“ übernehmen. Nachdem Sie letztes Jahr u.a. Geschichten in der Tradition des fantastischen Romans des XIX. Jahrhunderts kredenzenten, durfte das Publikum auf „Badeschluss“ gespannt sein. Leider musste Kurt Raubal die Lesung aus gesundheitlichen Gründen absagen. Wir wünschen ihm gute Besserung.

Herbert Weiner bestritt die Lesung alleine und nahm das anwesende Publikum mit auf eine Zeitreise, die in den 60er Jahren begann und im Jahr 2015 endete.

Herbert Weiner trat – ebenso wie einige andere Autor/innen des Sommerfestivals – eine Reise in die (eigene) Adoleszenz an. Er präsentierte Charaktere, die wohl allen bekannt sind. „Die Schöne“, für die der kleine Bruder heimlich schwärmt, „den Coolen“, der nur Flausen im Kopf hat und den Feldstecher des Badewaschls mit Ruß beschmiert oder „den Idioten“, der eigentlich ein ganz armes Würschtl ist und alle nur terrorisiert. Diese Archetypen der Jugendliteratur wurden gekonnt bearbeitet: „die Schöne“  brachte „dem Iditioten“ Manieren mit Jiu-Jitsu bei oder – nach einem Zeitsprung – wurde der „Idiot“ vollends zum Mörder und erschlug die einzige Frau im Ort, die ihn ohne zu fragen bei sich aufgenommen hätte. Außerdem erzählte Herbert Weiner über das „Tote Meer“ und die Kindheitserinnerungen seiner Hauptfigur in Lignano – meist in einem recht skurrilen Ton. Außerdem gestaltete der Autor seine Lesung interaktiv, indem er gerade bei der Episode über das „Tote Meer“ bewusst falsche Angaben machte und Wissensfragen an die anwesenden Zuhörer/innen stellte. Das Publikum wurde für richtige Antworten mit einem Zuckerl belohnt. Herbert Weiner hatte somit in fast dreizehn Jahren read!!ing room die erste interaktive Quizlesung initiiert. Sie können sich vorstellen, dass es einigen Spaß bereitete, wenn die Zuckerln durch den read!!ing room flogen.

Neben den Badetexten schloss Herbert Weiner die herrlich-skurrile Geschichte „Mister Bien“ an und skizzierte eine menschliche Gesellschaft,  die wie ein Bienenstock inklusive Königin funktionierte. Sein zweiter Text „Tagebuch eines Arbeitslosen“ brachte dann schon nachdenklichere Töne. Überhaupt schloss Herbert Weiner nachdenklich indem er zwei kurze Fremdtexte zur aktuellen Flüchtlingsthematik vorlas.

„Badeschluss“ war die letzte Lesung in unserem Sommerprogramm. Der Winter kann kommen. Die Vorbereitungen für „Weihnachten im Advent“ sind schon am Laufen.

Thomas Weiner und Herbert Weiner
Thomas Weiner und Herbert Weiner

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