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Eine neue Literaturzeitschrift in Wien: „Fluch’t’raum“

Bereits zum zweiten Mal stellte Peter Schaden den FZA Verein zur Förderung von Kultur, Kunst und Wissenschaft vor. Der Verein wurde 2013 von ihm und Monika Kaltenecker gegründet. Neben dem „Wiener Werkstättenpreis“, bei dem heuer mit Ana Drezga und Markus Grundtner zwei Autor*inn*en ausgezeichnet wurden, die bereits read!!ing room-Erfahrung haben, präsentierte Schaden auch die neue Zeitschrift des Verlages mit dem Namen „FLUCH’T’RAUM“.

Veröffentlichte und unveröffentlichte Lyrik von Klaus Haberl

Klaus Haberl und Wolfgang Kindermann sind zwei Autoren der aktuellen Ausgabe. Klaus Haberl, Theatermann und Lyriker, wählte zuerst Gedichte aus seinen beiden letzten Bänden, bevor er unveröffentlichte Lyrik und Prosa las. Er begann mit den Gedichten „Die Dame“ und „Schreiben.Nachts“. Klaus Haberl  arbeitet mit Bildern aus dem Alltag (Baustelle, Tierwelt etc.). Seine Gedichtanfänge haben etwas Unerwartetetes und „Merk“würdiges: „Am Ende des Zweifelns ist ein Fest“ oder „Komm rein, bei mir findest du ein geordnetes Leben vor“ sind Zeilen, die verblüffen und neugierig machen. Der gekonnte Vortrag und die fein konstruierten Gedichtanfänge erzielten einen gewissen Sog. Im letzten Teil seiner Lesung gab Haberl  Einblick in einen Zyklus, der als Ausgangspunkt Kunstexponate oder Fotografien nimmt – stellvertretend sei nur „winning machine“ von Toni Schmale genannt.

W. Kindermann, P. Schaden und K. Haberl (v.l.n.r.)

Premiere: Lesung aus „Eine Bombenidee.“

Wolfgang Kindermann las aus seinem unveröffentlichten Roman „Eine Bombenidee“. Der Roman, der so der Autor, „kurz vor dem Abschluss steht“, ist in der Werbebranche verortet. Kindermann, seit vielen Jahren in der Werbebranche tätig, begibt sich also für seinen Roman auf bekanntes Terrain.  Er las drei Kapitel eines Werkes, das sehr dicht ist, da erzählte Zeit und Erzählzeit ein spannendes Verhältnis eingehen. Der Roman spielt nämlich an einem einzigen Tag.

Die Hauptfiguren tragen alle Spitznamen und leben ihre Spleens und Unzulänglichkeiten in vollen Zügen aus. Ob der zwanghafte „Bogart“ oder die immer wieder ohnmächtig werdende Patty oder Prinzessin Mia, die mit ihrem Computer spricht – Kindermann zeichnet mit viel Genuss detaillierte Porträts seiner Figuren. Er setzt in seiner Beschreibung auf einen allwissenden  Erzähler, der den Leser oder die Zuhörerin fast schon etwas zu fest an die literarische Leine nimmt. Die zahlreichen Wie-Vergleiche wirken etwas überdosiert, werden jedoch durch die zahlreichen popkulturellen Anspielungen kompensiert. Und ja: Es stirbt jemand.

Kindermann schloss seine Lesung mit einigen Zeilen aus „Calypso Container“, einer Bearbeitung der Ilias, ab. Nach zwei Zugaben, endete eine stimmige Lesung. Am 16. Dezember ist der FZA zum insgesamt dritten Mal zu Gast im read!!ing room.  Am kommenden Samstag lesen Michèle Pauty,  Gregor Heim, Iryna Lykovych. Wir sind schon sehr gespannt.

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