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Auf den Hund gekommen…

Eva Woska-Nimmervoll präsentierte ihren ersten Roman: „Heinz und sein Herrl“ im read!!ing room.

Floridsdorf, Gemeindebau, Pragerstraße, ein Hund namens Heinz, sein Herr und natürlich der Nachbar. Es ist oft gut einen Roman mit den Anfangskapiteln vorzustellen. Und Nachbarn haben meist etwas Vertrautes. Man kennt sich zumindest vom Sehen, grüßt sich oder auch nicht – man mag sich oder auch nicht.

In „Heinz und sein Herrl“ beginnt in der Tat alles mit einem Nachbarn, der nicht besonders nett zu sein scheint. Er schimpft den stillen Helden des Romans einen Scheißköter und macht auch sonst keinen besonders gepflegten und pfleglichen Eindruck.

Gleich nach den ersten Zeilen der Lesung fällt auf: Eva Woska-Nimmervoll setzt auf einen parataktischen Satzbau. Sie fädelt ihre Sätze auf wie die Coloniakübel im Gemeindebauhof. Ihre Figuren kommen einem irgendwie bekannt vor. Vielleicht weil man selbst im Gemeindebau wohnt. Spannend sind die Bilder und Vergleiche mit denen die Autorin die Figuren in Szene setzt: Pointiert und unerwartet. Der Nachbar, dessen Gang nahe legt, dass er sich „offensichtlich erfolglos am Sack kratzen“ würde oder dessen Frau, die „grau wie ein alter Ausreibfetzen“ aussieht. Mit solchen Leuten ist nicht gut Kirschen essen und Konflikte sind vorprogrammiert. Besonders, wenn ein Besen ins Spiel kommt (Kapitel 2).

Alles schon bekannt… mitnichten

Der Besitzer von Heinz dem Hund ist menschenscheu, in sich gekehrt, arbeitslos und ein richtiger Eigenbrödler. Er führt ein unspektakuläres, passives Junggesellendasein. Das klingt zunächst nicht besonders originell. Der Dreh besteht jedoch darin, dass die Autorin nach und nach sehr liebenswerte schrullige Eigenheiten von Heinzens Herrl bekannt gibt. Schicht um Schicht erfahren wir dass Heinzens Besitzer zwar keinen Computer hat, dafür jedoch stickt, Frauenhaare sammelt und vieles mehr… und schlussendlich lernt er auch noch eine Frida Kahlo kennen, die eine Magritta und schlussendlich eine Irene ist…

Schöne Ausstattung

Ein Wort noch zur Ausstattung des Buches. „Heinz und sein Herrl“ wurde mit sehr viel Liebe zum Detail umgesetzt. Nicht nur das mächtige „Mach Platz!“ das die Buchseiten ziert, sondern auch das integrierte Daumenkino, das Heinz, den Hund, herumhüpfen lässt sind mehr als liebevolle Details. Sie erzählen, ebenso wie das Cover, schon sehr viel über das Buch und dessen Geschichte.

Die Stimmen der anderen:

Zum Buch:

Heinz und sein Herrl

Veröffentlicht in Veranstaltungen

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