Wien, 30 Mai 2026. Das ESC-Fieber hat die Stadt längst erfasst, das Logo ist überall zu sehen, die ersten Sideevents zum ESC scheinen in den Veranstaltungskalendern der Stadt auf. Cosmó, sein Tanzschein, und der ESC sind in aller Munde. Der read!!ing room hat heute zum Gemeinschaftsbesuch mit Führung durch die Ausstellung „United by Queerness – Die Song Contest Ausstellung“ in die Ramperstorffergasse 39 im fünften Bezirk eingeladen. Dort befindet sich Qwien, das Zentrum für queere Geschichte und Kultur. Die Ausstellung läuft noch bis zum 24. Mai 2026 und nimmt den 70. Eurovision Song Contest in Wien zum Anlass, um die queeren Dimensionen des Wettbewerbs sichtbar zu machen, zu feiern – und zu reflektieren.
Wohnzimmer, Arena, Bühne
Die Ausstellung folgt einem dreiteiligen räumlichen Konzept: vom Wohnzimmer über die Arena bis zur Bühne. Sie zeigt, wie der ESC erlebt, gefeiert und politisch interpretiert wird und wurde. Unser Guide Max erläutete nicht nur die Aufgaben des Archivs, sondern führte uns durch alle drei Stationen mit einer Leichtigkeit, die dem Thema entspricht – aber auch mit dem nötigen Ernst.
Mehr als ein Musikwettbewerb
Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler brachte es bei der Ausstellungseröffnung auf den Punkt: Der Eurovision Song Contest ist weit mehr als ein Musikwettbewerb. Er ist seit Jahrzehnten ein Ort, an dem Fragen von Identität, Zugehörigkeit und Sichtbarkeit öffentlich verhandelt werden.Der ESC bietet unterschiedlichen Künstler*innen die Möglichkeit sich zu präsentieren und er stellt das verbindende in den Vordergrund: United by Music ist nicht nur eine leere Floskel, sondern gelebte Praxis: Meilenstine sind zweifelsohne Dana Interational 1998 oder Conchita 2016.
Genau das spürt man auf Schritt und Tritt in dieser Ausstellung. Kuratiert wurde sie von Marco Schreuder und Alkis Vlassakakis, zwei ausgewiesenen ESC-Experten mit tiefer Kenntnis der queeren Kulturgeschichte. Ihr Blick ist liebevoll, aber nicht unkritisch – auch die Widersprüche des Contests, die Instrumentalisierung durch Nationalismus und die Grenzen von Inklusion kommen zur Sprache.






Hingehen – unbedingt
Die Ausstellung ist donnerstags von 13 bis 20 Uhr und freitags bis sonntags von 13 bis 18 Uhr geöffnet. Wer noch möchte, hat nicht mehr viel Zeit – die Schau läuft noch bis zum 24. Mai 2026 in der Ramperstorffergasse 39, 1050 Wien.
Und für alle, die noch tiefer eintauchen wollen: Qwien bietet auch ESC-Stadtführungen an, die von der Staatsoper über den Heldenplatz bis zum Rathausplatz führen und ESC-Geschichte mit queeren Persönlichkeiten verbinden, die Wien nachhaltig geprägt haben.
Führungsanmeldung und Tickets: qwien.at


Kommentare