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Mord im Kaufhaus, Marktgeschichten und ein Brunnen zum Schluss: die erste krimi.kult.tour

Am 5. September lud der read!!ing room zur allerersten krimi.kult.tour, durch die kein Geringerer als Autor Beppo Beyerl persönlich führte. Grundlage war Beyerls dritter Kriminal-Fall aus der Max-Mitschek-Reihe, „Mord in der Mariahilfer Straße“ (nach „Mord im Lainzer Tiergarten“ und „Abgründe am Semmering“), der die Gruppe mitten hinein ins Wien des Jahres 1932 führte: in eine Stadt zwischen Wirtschaftskrise, Austrofaschismus und den ganz alltäglichen kleinen und großen Verbrechen.

Station 1: Stiftgasse / Herzmansky

Startpunkt war das ehemalige Kaufhaus Herzmansky an der Ecke Mariahilfer Straße/Stiftgasse – zu seiner Zeit das größte Textilkaufhaus der Monarchie und Schauplatz von Beyerls Krimi: In seinem Roman häufen sich dort Diebstähle und ein Mann stürzt aus dem zweiten Stock in den Tod, woraufhin Oberinspektor Mitschek zu ermitteln beginnt. Von dem stattlichen Bau aus 1896/97 ist in der Stiftgasse heute nur noch ein frisch renovierter Rest zu sehen – der Hauptteil des einstigen Kaufhauses an der Mariahilfer Straße beherbergt seit 1998 Peek & Cloppenburg. Beyerl erzählte vor Ort aus seinem Buch und lieferte den historischen Unterbau dazu: von der Kaufmannsfamilie Herzmansky, die das Haus über Generationen führte, bis zur jahrzehntelangen Rivalität mit dem Gerngroß, dem anderen großen Warenhaus der Stadt – beide buhlten um die kaufkräftige Kundschaft der Mariahilfer Straße.

Station 2: Naschmarkt – „Zur Eisernen Zeit“

Weiter ging es zum Naschmarkt, zum Gasthaus „Zur Eisernen Zeit“ – seit 1916 fixer Bestandteil des Markts und in Beyerls Roman nicht nur Kulisse, sondern Stammlokal von Oberinspektor Mitschek selbst: Hier bekam er gegen das eine oder andere Bier auch den einen oder anderen brauchbaren „Zund“, wie man auf Wienerisch sagt – verwertbare Insiderinfos aus dem Grätzel. Ein passender Zwischenstopp, um zwischen Marktgeschichten und Wirtshausatmosphäre kurz durchzuatmen.

Station 3: Entlang der U4

Von dort führte der Weg weiter Richtung Margareten, entlang der Trasse der heutigen U4 – ursprünglich Otto Wagners Wientallinie der Stadtbahn, 1899 eröffnet und erst 1980 zur U-Bahn umgebaut. Auch hier ließ sich das alte Wien noch in der Architektur ablesen, durch die Beyerls Figuren einst gegangen wären.

Station 4: Margaretenplatz

Endpunkt der Tour war der Margaretenplatz – nicht zufällig, denn im Margaretenhof liegt die fiktive Wohnung von Max Mitschek selbst. Von dort blickt er aus seinem Fenster auf die Rückseite des Brunnens mit der heiligen Margareta. Beyerl nutzte den Ort auch, um kurz aus der realen Geschichte des Grätzls zu erzählen: von der tschechischen Community, die das Viertel über Generationen mitgeprägt hat, und von einer realen Figur, die es sogar in den Roman geschafft hat – dem Geflügelhändler Herr Rosenthal. Zum Abschluss rundete der read!!ing room die Tour ab und verband die letzten Fäden von Beyerls Geschichte mit den letzten Fäden von Beyerls Geschichte mit der realen Historie des Bezirks.

Alles in Allem handelte es sich um eine gelungene Premiere für die erste krimi.kult.tour des read!!ing room. Unseren besonderen Dank geht an: Beppo Beyerl für die informative spannende Tour, Gabriele Rökl und Daniel Papinski für die Bereitstellung der Fotos.

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